Mein Ausflug diesmal galt dem Kaulenbachtal zwischen Laubach und Leienkaul in der Osteifel.

Wie alt der Schieferbergbau hier wirklich ist, weiß niemand. Die erste urkundliche Erwähnung ist von 1695. Der Schiefer wurde früher nach Bedarf aus Steinbrüchen auf Gemeindegrund gebrochen. Später ging man dann nach unter Tage. Es wurden Treppenschächte und unterirdische Steinbrüche angelegt. Die zugehauenen Schieferblöcke wurden dann auf dem Rücken die Treppen hochgeschleppt.

Nach einigen größeren Stadtbränden wurde in immer mehr Städten das Schiefer- statt dem Strohdach verlangt und so begann sich ein Markt für die Schieferplatten zu entwickeln. Nun pachteten Unternehmer die Parzellen auf denen die Gemeindeschieferbrüche lagen und bauten auf eigenes Risiko den Schiefer ab.  Manchmal wurde der Schieferabbau schon vor Ablauf der Pachtzeit aufgegeben, z.B. wenn das Vorkommen gestört war. Die besseren Vorkommen waren hingegen begehrte Pachtobjekte, die auch gerne in gemeinschaftlicher Arbeit erschlossen wurden, um Kapital für die erforderlichen Schächte und Strecken zusammenzubekommen.

Der Absatz geschah auch in weiter entfernte Städte. Als es noch keine Eisenbahn gab, wurde der Schiefer nach Klotten an der Mosel gebracht und dort verschifft. Daher ist der Markenname dieses Dachschiefers "Clottener Schiefer" und wir sprechen von "Moselschiefer", auch wenn wir in der Osteifel sind.

schiefergrube moselschiefer



Von der jahrhundertelangen Schieferabbautätigkeit haben sich im Kaulenbachtal viele Spuren erhalten. Nicht auszudenken, wenn dieses schöne Erbe des Schieferbergbaues wie geplant unter einer Müllkippe verschwunden wäre! Durch den Einsatz von Heinz Peters und seinen Schieferbrechern konnte dies verhindert werden und nun ist ein schöner Wanderweg zu den dortigen Schiefergruben entstanden.

Die Wanderung beginnt für mich am Mariaschacht, oben am Ort Leienkaul. Hier haben sich noch einige Gebäude und die großen Halden erhalten. Ich folge dem Wanderweg ins Kaulenbachtal. Lange geht es den alten Bergmannspfad hinab bis fast auf das Bachniveau, wo uns das Stollenmundloch des Luisenstollen erwartet. Nach der kleinen Abraumhalde vermutlich nur ein Versuchsstollen.

Hier mache ich einen kleinen Abstecher zu einigen weiteren Versuchsgruben und kehre dann  zurück, um über die Brücke den Kaulenbachtal zu überqueren und nun auf der anderen Seite dem Weg zu folgen, der uns auf die Trasse des "Bähnchens" führt, mit dem die Schiefer nach Laubach transportiert wurden.

schiefergrube moselschiefer

Der Trasse folgenden kommen wir zur nächsten der 3 großen Schiefergruben, der Grube Colonia. Es wurden die Mauerreste der Tagesanlagen rekonstruiert und wir können von hier herüber zur Halde des Mariaschachtes sehen. Diese ist gewaltig. Aber auch die Halde der  Grube Colonia ist üppig und unterhalb des Mariaschachtes sind ebenfalls Halden. Mehr Schieferabraum als Vegetation. Ein beeindruckender Blick. Bänke laden zum Verweilen ein.

Nun folge ich dem Wanderweg wieder runter ins Tal. Hier befanden sich die Gebäude des Dachschieferbergwerkes Müllenbach. Erst kürzlich wurde das Spalthaus wiederaufgebaut. Viele weitere Mauerreste sind erhalten und können anhand des Planes und alter Fotos auf der Tafel vor dem Auge des Wanderers wieder entstehen. Die Szenerie beherscht der Bremsberg. Er führt von hier nach oben zur Grube Höllenpforte.

schiefergrube moselschiefer

schiefergrube moselschiefer

Auf den einladenden Bänken mache ich eine Vesperpause. Dann geht es weiter zwischen den  Schieferhalden und dem Wanderweg auf den gegenüberliegenden Berg folgend folgend, an den Mundlöchern weiterer konsolidierter Schiefergruben vorbei zur erwähnten Grube Höllenpforte.

schiefergrube moselschiefer

schiefergrube moselschiefer

Dies ist die letzte Grube im Tal, nun folgt der Weg dem alten Abtransportweg zurück zum Mariaschacht. Auf der großen Halde ist Gelegenheit nochmal einen Blick über die Relikte zu werfen. Dann ist der Startpunkt meiner Wanderung erreicht und der Ausflug beendet.

schiefergrube moselschiefer


Für weitere Informationen:

http://www.schieferverein.de/