Von vielen Leute ist heute von Loren die Rede, wenn Sie das Fördergefäß der Bergleute meinen, mit dem die Berge und die Erze in ungefähr waagerechter Förderweise durch die Stollen aus dem Berg befördert wurden.
Eine Lore, sinnvoller Weise auch Kipplore bezeichnet ist ein Förderwagen mit kippbarem Oberwagen, wie Sie sehr oft in Sandgruben oder für das Abkippen auf Halden für lose Fördergüter benutzt wurden. Ein Hunt dagen war ein Holzkasten, oft mit Eisenbeschlägen verstärkt, auf 2 Achsen. Einer Hinteren Achse mit 2 großen Rädern und vorne 2 kleineren.  Je nach Anwendungsbereich und Bergrevier gab es natürlich auch Abänderungen. Möglicherweise sind meine Ausführungen von der Region Ruhrgebiet-Sauerland überprägt aus der ich bergbauhistorisch komme.

Der Hunt wird gefahren durch den sogenannten Schlepper der eigentlich ein Huntstößer ist, denn er drückt und schiebt den Förderwagen durch Druck auf den "Hintern" des Kasten bzw. Hunt. die Förderlast verschiebt sich in Richtung der hinteren Achse.
 
Durch die Entwicklung zum ungarischen Gestänge, also dem Gleissystem mit einem Spurnagel wurde das System verbessert, da die vorderen Achsen zur Steuerung nicht mehr so wichtig waren. Dadurch wurden die Rädergrößen angepasst.
 
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Mit der Einführung des englisches Gestänges, also Spurkranzrädern und Gleisen wie wir Sie heute bei der Eisenbahn kennen wurde das System der Streckenförderung perfektioniert. Nun war eine leistungsfähiger Förderung möglich, die aber eine gerade Bahn erforderte. Bis zur Einführung der gleislosen Förderung mit Kraftfahrzeugen und Hängebahnen war die massgebende Fördertechnik. In Zeiten knapper Ressourcen erhielten hin und wieder auch die Kipploren Einsätze untertage.

Die Bezeichnung "Hunt" für die mordernen Förderwagen erinnert jeden Bergbeufreund an die Geschichte dieses Fördergefaesses.
 
Quellen:
Literaturecherchen für meinen Vortrag "Hunt oder Förderwagen" auf dem Beetpott 2007.