Nah am Ort finden wir an einem Spielplatz einen vermauerten Stollen Der Stolleneingang gehörte der Schiefergrube Winterseite. Die Schiefergrube wurde am 24.August 1865 gemutet und nach Kurkölnischer Bergordnung am 21. August 1866 an Wilhelm Winnemar Cramer verliehen.

Stollen Schiefergrube Winterseit Lengenbeck

Er trieb den Stollen 40 m nach Südosten und erreichte dort ein Lager. Hier stand schöner Dach- und Plattenschiefer an. Dann kam die Grube zum Erliegen. 1895 verkaufte der das Grubenfeld an die Fa. Thommes aus Nordenau.

Sie betrieb die Grube Winterseite von 1895-1930 mit 2 Bergmännern aus Lengenbeck. Der gewonne Schiefer wurde zu Fensterbänken und Fußleisten verarbeitet.

Weiter oben im Tal finden sich die Relikte der Schiefergrube Sperlingslust. Hier wurde ursprünglich ein Schieferbruch mit 21 Arbeitern übertage durch den Dachdecker Karl Dolle betrieben. Um 1922 wurde zum Untertage Abbau übergegangen. 1926 wurde begonnen mit einem Stollen ein bauwürdiges Schieferlager, wurde aber 1928 eingestellt.

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In den 30iger Jahren wurde unregelmaessig Schiefer abgebaut, je nach Auftragslage. Schließlich übernahm Kaspar Guntermann, der vorherige Betriebsleiter  die Grube Sperlingsluft zum 1.Oktober 1937.

Es wurde in den Jahren 1937-1942 in 5 Schieferlagern Schieferabbau betrieben. 1940 wurde gegenüber ein Versuchsstollen angelegt um auch hier Schiefer zu finden.

1946 erfolgte die Wiederinbetriebnahme. Es wurde im Lager 1 Schieferabbau betrieben und dann mit einem Gesenk versucht das Schieferlager weiter in die Tiefe abzubauen.  Schließlich waren die Finanzen erschöpft und es wurde die Arbeiten zum 3.3.1951 eingestellt.

Es wurde versucht, die Grube zu verkaufen. Nach einem geologischen Gutachten, dass zwar die schwierige Tektonik erwähnt aber auch gute bauwürdige Schieferlager in weiterer Tiefe in Aussicht stellt, wurde die Grube ebenfalls von Tommes gekauft.

Es wurde nun 200 m unterhalb des alten Stollens ein neuer Stollenbetrieb angelegt. Kaspar Guntermann wurde stellvertrender Betriebsleiter.

Von 1951 bis 1961 wurde in mehreren Schieferlagern guter Schiefer gewonnen. Dann 1961 sank der Absatz. Erst durch einen Bundeswehrauftrag für die Dachdeckung der Kasernenneubauten, konnte der Betrieb bis 1965 sichergestellt werden. Dann musste der Betrieb eingestellt werden, da die guten Schiefer verhauen waren.

 Schiefergrube Sperlingslust

Der Neue Stollen. Foto von 2011. Stollen noch einsehbar.

Schiefergrube Sperlingslust

Der Neue Stollen. Foto von 2018. Stollen ist komplett verbrochen.

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Das Maschinenhaus

 

Quellen:

Betriebsakte Grube Winterseite

Betriebsakten Grube Sperlingslust