Das Eisenwerk, die Endorfer Hütte war eine Schmelze, in der Eisenstein aus den umgebenden Eisensteingruben mithilfe von Kalk und Holzkohle zu Eisen geschmolzen wurde und die bei Endorf in Sundern lag.

 

 Quelle: geobasis.nrw.de Blatt 4714 Endorf 1840 abgerufen: 29.9.2014

Auf dem obigen Bild sieht man die Lage der Anlagen der Endorfer Hütte, die heute nicht mehr zu erkennen sind. Ebenso den Obergraben der das Wasserrad für das Gebläse antrieb.

1720 wurde die Eisenhütte von der Endorfer Gewerkschaft errichtet. Vermutlich an diesem Standort, da hier die Wege von den wichtisten Gruben zusammentrafen und es schien, dass durch den Zusammenfluss mehrere Bäche genug Wasserkraft zur Verfügung stünde. 1756 übernahm Johann Wilhelm Arndts das Endorfer Eisenwerk. Er erweitere und verbesserte den Betrieb des Eisenwerkes und experimentierte aus diesem Grunde mit neuen Techniken und Mischungen um ein besseres Eisen zu erzeugen.

Die geförderten Eisensteine wurden in den Gruben vom mageren Eisenstein getrennt und auf der Zechenhalde mit einem Pochhammer zerkleinert und ausgeklaubt, das heißt das erzhaltige Gestein wurde ausgelesen und der Rest auf die Halde geworfen.  Anschließend wurde das ausgeklaubte Eisen zu der Hütte vorgeschalteten Eisensteinwäschen (siehe Abbildung) in den Tälern aufbereitet und weitere von störenden Anhaftungen befreit.  Dazu dienten hölzere Rinnen und Botiche in denen die Eisenerze ganz wie auch bei Agricola beschrieben behandelt wurden. Sehr harte, stark verwachsene Stücke wie z.B. Roteisenstein mit Quarz, wurden auf der Hütte geröstet und anschließend nocheinmal nachbehandelt.

eisensteinwäsche nach cancrin

Quelle: Franz Ludwig von Cancrin Erste Gründe der Berg- und Salzwerkskunde. Fünfter Teil. Frankfurt. 1774. Tafel XVII

Damit das Schmelzen der Erze zu Eisen besser gelang, musste von der Grube Alsenberg ein eigentlich schlechterer Eisenstein zugekauft werden, der jedoch wegen seiner Beimengen als Flußstein half,  ein gutes Eisen zu erschmelzen.  Zu den wichtigen Eisengruben gehörten die Bergwerke Rothloh, Michaelszeche, Christianszeche, Rosengarten, Baukloh, Gehren, Greften und Pannkopp.

1853 wurde die Eisenerzverhüttung der Endorfer Gewerkschaft unterhalb Sundern nach Recklinghausen verlegt. Die neue Hütte erhielt den Namen "Christinenhütte".

Literatur:

A.W.S.Arndts: Kurze Nachrichten über die zum endorfer Eisenhüttenwerke im Herzogthurn Westfalen gehörigen, vorzüglichsten Gruben in: Neue Jarbücher der Berg- und Hüttenkunde. Nürnberg. 1824. Seite 198-236

A.W.S.Arndts: Über die Aufbereitung der Eisenfossilien nebst Beschreibung einer dazu schicklichen ser einfachen Wasch- und Scheidemaschine in: Neue Jarbücher der Berg- und Hüttenkunde. Nürnberg. 1824. Seite 75-97 u. 174-197

Köhne, Reinhard: Die Vorindustrielle Montangeschichte der Stadt Sundern: Ein Überblick in : 700 Jahre Sundern. Band III. Seite 62-70.

Biggeleben, Christof : Die "Röhrbarone". Unternehmer und unternehmerisches Handeln in Sundern vom späten Mittelalter bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges  in : 700 Jahre Sundern. Band III. Seite 71 ff.