Der Glücksanfang auf Alexander (c) Oliver Glasmacher 2007

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Älteste Quellen für den alten Bergbau für Ramsbeck von 1518,1536 und 1559 dürfen sicher auch für den Bergbau bei Blüggelscheid am Westhang des Bastenberges verwendet werden, um den ersten Bergbau zeitlich einzuordnen.1

Ein unbekanntes Verzeichnis der Bergwerke, Hütten, Hämmer und Mühlen im kurkölnischen Sauerland 1817/19 benennt die Grube Glücksanfang als Abgabenpflichtig wie den Bastenberg mit 2 Gulden.2

Grubenfelder

Glücksanfang ist das älterere Bergwerk.
Grube Alexander war ein kleiner Stollen auf dem mit wenig Erfolg abgebaut wird 3
1815 wurden alle Gruben zur “Ramsbecker Gewerkschaft” vereinigt. 4
1851 wurde der Rheinisch-Westfaelischen Bergwerksverein gegründet und erwarb die Ramsbecker Gewerkschaft und weitere Grubenfelder. Bereits 1854 gingen alle Felder an die Stolberg AG. Unter Ihr wurden alle Ramsbecker Gruben mit der Grube Alexander und Glücksanfang zum “Vereinigten Bastenberg und Dörnberg” vereinigt.5

 

pinge der Grube Glücksanfang

 Lagerstätte

Der Ernstgang, später Alexandergang benannt, ist ein nordwestlich - südöstlich streichender Gang der durch viele kleine Verwerfungen und Klüfte gestört ist. Auf den oberen Gangbereichen war das Haupterzmittel Bleiglanz mit einem den Durchschnitt überschreitenden hohen Silbergehalt. Der Alexandergang unterscheidet sich von den anderen Gängen im benachbarten Ramsbeck.
Hauptsächliche Gangart ist mächtiger Pyrit, teilweise mit Quarz verunreinigt. Darin sind Bleiglanz und Zinkblende eingesprengt. Auch Kupfer ist häufig und auf Grube Alexander bauwürdig und am besten im Ramsbecker Distrikt vertreten. Als seltene Zugabe gibt es auf dem Alexandergang Arsen-Nickelkies.

Die Schwierigkeit der Lagerstätte sind die vielfachen Querstörungen, welche die Gaenge völlig verquarzen, die Gaenge stark verwerfen und das sich die Blei- und Zinkerze nicht an die Grenzen des Quarz-Pyrit-Ganges halten sondern hier und da ins Nebengestein wandern und der Gang dann taub ist. An den Kreuzungszonen des Ganges mit den Querklueften und Verwerfungen verquarzt der Gang so stark, dass der Abbau uninteressant wird. Auch hierdurch kommt es schon vor, dass das Erzmittel die Kontaktzone der Gesteinschichten (Grauwacke / Tonschiefer) verlaesst und ins Nebengestein wandert und dann schwer wiederzufinden ist.6

Pingen auf dem Gang der Grube Glücksanfang


So hat man im 19. Jahrhundert den Gang weiter im Tiefbau verfolgt. Dabei wurde einerseits die Kontaktzone verfolgt, wo sich nur noch Pyrit und Quarz zeigten, jedoch ohne die gewünschten Blei- und Zinkerze. Trotzdem wurde der Maschinenschacht bis 60 m abgeteuft und der Gang unter dem Gustavstollen aufgeschlossen und untersucht. Ohne Erfolg. Erst spät fand man heraus, dass die begehrten Erze in das hangede Nebengestein verschwunden waren.

Stollen

Zu den älteren Stollen gehört der Glücksanfangstollen. Die meisten Strecken sind Mitte bis Ende des 19. Jahrhundert als Richtstrecken im Gang aufgefahren worden.

  • Tagesstrecke I
  • Tagesstrecke II
  • Tagesstrecke III
  • Christinenstollen
  • Gluecksanfanger Stollen
  • Ferdinandstollen
  • Juliusstollen
  • Caesarstollen

Mit dem Ottilae-Stollen wurde ein Nebentrumm des Alexanderganges verfolgt.

Laengster ist der Caesarstollen mit 900 m streichend auf dem Alexandergang nach Osten aufgefahren.

Gegenueber am Westhang des Tales befinden sich

  • Oberer Stollen
  • Mittlerer Stollen
  • Theodor Stollen

Hier befinden sich nur ein paar Erzlinsen denen nachgegangen wurde bis diese erschöpft waren.
Tiefster Stollen ist auf Talniveau der Gustavstollen. Er wurde 1851 angesetzt und ist 450 m Lang.
Bis zum Alexandergang geht er schnurgerade aus. Dann folgt er auf seinem Niveau dem Alexandergang in mehreren Stollenoertern.

Gustavstollen der Grube Alexander

 

1853 wurden an seinem Mundloch 9 Wohnhaeuser gebaut die in 35 Wohnungen die Belegschaft der Arbeiter unterbrachten. Die sogenannte “Kolonie Alexander”. Ausserdem wurde eine Setzwaesche fuer die Erze errichtet. Die Arbeiter wurden aus den umliegenden Provinzen angeworben (KOEHNE)


Tiefbau

1866 wurde der Maschinenschacht saiger abgeteuft und erreichte bei 45 m den Gustavstollen.
Als Ansatzpunkt wurde ein Punkt oben im Wald gewaehlt, damit genug Platz fuer die Aufhaldung der Berge war, da es vorher schon Probleme mit Wiesenbesitzern gab. Die Aufbereitung musste deswegen 1840 stillgelegt werden.
Am Schacht wurde eine Zwillings-Trommel- Dampffoerdermaschine aufgestellt.

Kanal für den Bach unter der Halde des Alexanderschachtes

Unter dem Niveau des Gustavstollen wurde eine Tiefbaustohle (60 m-Sohle) angesetzt und ein Querschlag nach Sueden hergestellt. Die Untersuchung des Ganges war hier unzufriedenstellend. Man hatte erwartet, dass statt dem Bleierz die Zinkblende stark zunimmt. Durch die Alexanderscholle ist der Gang durch Wellen weiter gestört. Außerdem haben sich die Blei und Zinkerze aus der Gangzone in das Nebengestein verändert, so dass die Aufschlußarbeiten erfolglos blieben.

Diese schlechten Aufschluesse und die starken Wasserzufluesse, die nicht voellig zu heben waren, fuehrten zum Entschluss die Pumpen stillzusetzen und den Tiefbau 1894 absaufen zu lassen.
Alexander im 4-Jahresplan

1935 wurde das Bergwerk wieder aufgenommen. Dazu wurde der Gustavstollen aufgewaeltigt. Das Bergwerk erhielt eine moderne Foerderanlage.
Von Ramsbeck aus wurde der Nagelmackerstollen bis unter den Maschinenschacht als Stollenort verlängert. Mittels eines Bohrloches wurde der Tiefbau sodann entwässert. Hier hatten sich 8 Mio Liter Wasser angesammelt. Dann wurde der Schacht bis auf das Niveau des Nagelmackerstollens auf 116 m abgeteuft.
Die in dieser Periode aufgefahrenen Strecken wurden 4 m breit aufgefahren.


Bereits 1937 hatte man festgestellt, dass keine bauwuerdigen Erze mehr zu finden waren und damit wurde Alexander aufgegeben.
Das Foerdergeruest wurde nach dem 2.WK demontiert und der Schacht abgedeckt. Die letzten Arbeiterhaeuser wurden in den 50iger Jahren abgerissen.
Heute erinnern nur noch die mächtigen Halden, das Mundloch des Gustavstollen und viele verfallene Mundlöcher und Halden an die Grube Alexander…

Ich danke Sigurd Lettau für die Unterstützung bei der Erstellung dieses Beitrages.

Literatur:

2: Reininghaus, Wilfried: Ein unbekanntes Verzeichnis der Bergwerke, Hütten, Hämmer und Mühlen im kölnischen Sauerland 1817/1819. 2002
3: Köhne, R. (2000): Die Kolonie Grube Alexander bei Meschede 1850 bis 1950. In: Der Landrat des Hochsauerlandkreises (Hg.): Jahrbuch Hochsauerlandkreis 2001. Brilon, S. 96f.