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In Meinkenbracht gibt es zwei größere Bergwerke, in denen über die Jahrhunderte gefördert wurden, und viele kleinere Gruben in den Eisenerze aber auch Kupfer und Bleierz gesucht wurden, aber wohl nicht aussichtsreich gefunden wurden.  2003 war ich erstmalig auf dem Ramberg unterwegs. Eine ältere Version dieses Beitrages ist aus dem 14. Mai 2006 bzw. 12.12.2010.

erzbergbau lied meinkenbracht


Über eine der vordersten Bergkuppe des Rambergs, die “Lied” ziehen sich regelrechte Pingengräben. Ein Loch neben dem anderen, wie Perlenschnüre aufgereiht.

 

erzbergbau lied meinkenbracht

 

Diese Pingenzüge sind wohl die Zeugnisse des alten Bergbaues auf dem Aussbiss des Erzganges.  Hier fand Michael Senger eine Scherbe “Siegburger Ware”, die ins 13-15.JH datiert wurde.1

 

Schachtpinge Sundern Meinkenbracht

 

Der Domherr von Hompesch mutete 1784 wieder am Ramberg eine Eisengrube für die Linneper Gewerkschaft. Weitere Muthungen 1788, durch Geheimrat von Lüning und den Faktor Weinreis "auf dem Lied"   und 1787 durch Steiger Behrens  "hinter dem Hardt gegen den Lied" zeugen von dem regen Interesse an dem Vorkommen.

1800 kamen die Bergwerke mit samt der Linneper Hütte, wo die Eisenerze geschmolzen wurden an die Familie Kropf.1a  Im 19.JH sind hier 2 Grubenfelder überliefert, für die Anton Kropff jeweils ein paar Groschen zahlen musste: Lied und Steinknapp.2

Nach dem die Linneper Hütte abbrannte und Anton Kropff Konkurs anmelden musste, kamen die Bergwerksberechtsamen an die Endorfer Gewerkschaft.3

 

Grube Liedt

 

Tiefer Stollen

erzbergbau lied meinkenbracht

Lichtloch auf dem tiefen Stollen


Die Endorfer Gewerkschaft wältigte 1850/51 den tiefsten Stollen in der Haardtschlade wieder auf. Das Vorkommen sollte untersucht werden. Auch 1878 fanden solche Untersuchungsarbeiten durch die Gewerkschaft statt.  Dabei wurde festgestellt dass die Braun- und Spateisensteinerze in den Grauwacke- Gangklüften bereits abgebaut waren. Der Gang viel nach Norden ein und hatte eine Mächtigkeit von 0,1 bis 1 Klafter. Er war von den alten auf ca. 450 m Feldortlänge abgebaut worden.4

Grube Steinknapp

 Joh. Franz Becker hat hier im 19.JH Bergbau betrieben:

 

in dem Kirchweg, so von Meinckenbracht auf Hellefeld gehet, nahe bej der sogenannten

Erztwäsche eine grube angefanen, darin Eisenstein mit Gold und Silber Pyrit befindlich 5

 

Auch diese Grube wird 1878 noch einmal untersucht. Die Grube war durch 2 Stollen aufgeschlossen und das Feld war auf 230 m streichend, nach Süden einfallend abgebaut worden6

 grube steinknapp linneperhütte

 

Stollen am Krähenberg

 Südwestlich von Meinkenbracht findet sich in einem Seitental ein alter Stollen mit einer großen Halde.

 Hierbei handelt es sich um einen Versuchsstollen um Bleierz zu finden. Es wurde jedoch nur Eisenerz gefunden.

 suchstollen krähenberg 

Weitere 1850 verliehene Gruben in Meinkenbracht:
Julian, Hoffnung und Marie auf Eisenstein.

 Quellen:

 1: Michael Senger: Der zerbrochene Krug in : Bergbau im Sauerland, Schmallenberg 1996

 1a: Wolfgang Kleffner, Maria Rörig: Erzbergbau und Eisengewinnung im Hellefelder Gebiet 1730-1830, in: Maria Rörig (Hrsg.): Chronik des vorindustriellen Erzbergbaus und der Metallgewinnung im Raum Sundern, Sundern 1996, S. 209

 2: Reininghaus, Wilfried: Ein unbekanntes Verzeichnis der Bergwerke, Hütten, Hämmer und Mühlen im kölnischen Sauerland 1817/1819. 2002

 3 :Bergwerksakten, Abschrift im Besitz des Verfassers

 4: Bergwerksakten, Abschrift im Besitz des Verfassers

 5: Michael Senger: Die Hütten im Seilbachtal in : Bergbau im Sauerland, Schmallenberg 1996

 6: Bergwerksakten, Abschrift im Besitz des Verfassers