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Die Reise nach Oberhundem führt uns durch Kirchhundem und Würdinghausen, vorbei an der imposanten Kirchen, errichtet 1907 aus dem eisenroten Porphyr, der aus einem der hier erzführenden Horizonte stammt nach Oberhundem.  In Oberhundem gab es nicht besonders viel Bergbau. Gleichwohl kann man hier sehr schöne Wanderungen erleben.

Zu den Bergwerken. Im Mittelalter gab es nach der Interpretation von Wilfried Reininghaus und Reinhard Köhne Bergbautätigkeit in den Fluren "Unter den Gruben", An der Silberkuhle. Kurze Bedeutung erlebte das Grubenfeld Auerhahn. Am 28. November 1868 bekam Carl Weiß aus Hilchenbach für die Gewerkschaft dieses Grubenfeld auf Schwefelkies, Blei- und Kupfererze verliehen. Die Gewerkschaft bestand aus vielen Privatpersonen der Umgebung, von denen keiner über 9 Kuxe besaß. Anschließend wurden in kurzen Betriebsperioden bis 1924 zwei Stollen auf dem Vorkommen angesetzt und ein bis zu 1 mächtiges Vorkommen angefahren.  Wegen fehlender Wege wurden weitere Aufschlußarbeiten unterlassen und der Betrieb wie so oft eingestellt.

stollen grube auerhahn

1983 unternahm die Gelsenberg neue Aufschlußarbeiten, da man wissen wollte, wie sich die Lagerstätte in der Tiefe verhalte und ob sie etwa der Meggener Lagerstätte ähnele. Dafür wurden Schürfe angelegt, Flach- und Tiefbohrungen bis -282 m durchgeführt und der Pyrit-Gang auf 100 m nachgewiesen.  Die Mächtigkeit war stark schwankend, von wenigen Centimetern bis zu 1,50 m. Proben ergaben Pyritgehalt von bis zu 62 %. Außerdem enthielten sie in Spuren Zink und Blei.  Mit den Aufschlußarbeiten endete die Geschichte der Grube Auerhahn. 1991 wurde das Grubenfeld gelöscht.

 schurf schwefelkies blei kupfer sauerland

Ein weiterer Stollen konnte in einem anderen Seitental gefunden werden. Vermutlich handelt es sich dabei um das Bergwerk Jodocus, dass am 22.12.1871 an den Schlossermeister Joseph Schauerte und seine MItgewerken auf Blei und Kupfererze verliehen wurde.

Schurfstollen Oberhundem

 

Weiter das Grubenfeld Götzhagen I und II, verliehen am 18.10.1882 an Anton Klünker aus Heinsberg. Er verkaufte die Rechte an Heinz Morsbach aus Hohenlimburg. Er bekam auch die Rechte an den Grubenfeldern Einigkeit I + II am 5.9.1884 verliehen. Am 15.10.1895 ging das Eigentum an Götzhagen 1-2 an die Gewerkschaft Germania aus Hohenlimburg über.

Das Grubenfeld Fürstenberg auf Eisen und Manganerz wurde am 27.8 1890 an Carl Ax verliehen. 1917 erwarb es ein Geologe aus Magdeburg.

Weitere Grubenfelder in Oberhundem.  Hierbei handelt es sich vermutlich aufgrund der Namenstruktur der Grubenfelder und der Tatsache das "alterbergbau.de" von einigen die Eigentümer der Verleihungen vorliegen und die die Vermutung bestätigen, dass es sich nur um Flächendeckende Verleihungen handelt.

Alle Felder wurde auf Eisenerzverliehen, ansteigend durchnumeriert und vermutlich alle an den Spekulanten Heinrich Rustemeyer verliehen:

Heinrich 1-8 am 30.09.1873 an Heinrich Rustemeyer.

Elisabeth 11-12  1873 verliehen.

Elisabeth 21-30  1873 verliehen.

Literatur:

Reininghaus, Wilfried / Köhne, Reinhard: Berg-, Hütten- und Hammerwerke im Herzogtum Westfalen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Münster. 2008.

Schmidt W. E. : Geologische Karte Blatt 4915 Wingeshausen. 1935.

Müller, Horst  : Geologische Karte 4915 Wingeshausen. 1994.

Vormberg, Martin, Müller, Fritz:  Beiträge zur Geschichte des Bergbaues im Kreis Olpe. Teil 1: Bergbau in der Gemeinde Kirchhundem, Olpe. 1985. 

Vormberg, Martin, Müller, Fritz:  1985,

            Beiträge zur Geschichte des Bergbaues im Kreis Olpe. Teil 1: Bergbau in der Gemeinde Kirchhundem, Olpe.