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Über den Bergbau in Nachrodt Wiblingwerde schrieb Heinz Störing 1984 einen beeindruckenden Aufsatz. Auch wenn er sich im wesentlichen dabei auf die schriftlichen Forschungen von Fritz Bertram bezog so konnte er jedoch den Großteil der Grubenfelder vorstellen und auch die dazu passende Mutungsübersichtskarte veröffentlichen.

Man konnte den Eindruck gewinnen, hier ein von einem wichtiges Bergbau-Kleinrevier zu lesen. So dachte ich jedenfalls im Jahre 1995-1997 und wanderte voller Erwartungen durch die Wälder und fotografierte die paar Pingen die dabei zu entdecken waren.

Denn das alles hat einen Makel:  Bergbaubetrieb und Förderung ist hier in der neueren Zeit nicht umgegangen. Die überlieferten Grubenfelder waren alles nur Schürfe mit dem Ziel, ein Grubenfeld und damit einen Wert verliehen zu bekommen.  Viele leichtgläubige Anleger haben anschließend ihr Geld für Bergwerksanteile verloren.  Letztlich haben einige größere Bergwerksgesellschaften die Gewerkschaften der Grubenfelder erworben und mit den Feldern Ihre Banken zufriedengestellt, wo die Kuxe als Sicherheit hinterlegt wurden.

Bei den Grubenfelder handelte es sich um folgende:

Schöne Aussicht wurde am 11.Juni 1858 auf Eisenstein verliehen.  Es handelt sich um ein flözartiges Vorkommen, dass am nördlichen Abhang des Timmernberge aufgedeckt wurde. Durch 2 Schurfschächte wurde das Eisensteinflöz in Grauwacke eingebettet aufgeschlossen.  Die Gewerkschaft von 17 Gewerken die das Feld ausbeuten wollte hat die Arbeiten jedoch nicht fortgesetzt, so dass hier nur Prospektionsversuche stattgefunden haben.


pingen bei wiblingwerde

Südlich davon ist auf der Mutungsübersichtskarte des Bergamtes ein Grubenfeld Gut Heil eingetragen gewesen. Nach der Größe muss es neueren Datums sein. Eine Verleihung oder Akte war jedoch nicht aufzufinden . Vorort finden sich einige Pingen.

St. Georg, eine Eisensteingrube. 1864 wurde eine Muthung eingelegt. durch die Grauwacke wurde ein 3 Lachter tiefer Schacht abgeteuft. in den Klüften fand man Lette mit Eisenknollen. Am 28.9. 1867 wurde die Grube verliehen. Dass hier 2 Jahre lang Schürfarbeiten durchgeführt sein sollen, ist schwer zu glauben.  Nördlich des Brantenhahn finden sich in einem Waldstücke einige Pingen und eine zugewachsene Halde.

Weiter gehts mit anderen Schürfgruben Landmannsbänke wurde durch den Superintendenten Carl Stöter erschürft, der auch im ganzen Lüdenscheid aktiv war. Verleihung 14.10. 1859.

Thielsflötz, Eisenerzbergwerk 25. 6. 1858 an eine Gewerkschaft Drehscheid, die bei Drehscheid Bergwerke besass.

In der Muthungsübersichtskarte sind auch 2 Muthungen auf den Namen "Anna Maria" eingetragen. Eine Muthung auf Blei und eine auf Kupfer im Bereich des Hobräcker Rückens bzw. des Ahorns. Nähere Angaben fehlen. Betrieb hat auch hier nicht stattgefunden.

Die Kupfererzvorkommen sind hier meistens an Diabaslager gebunden. Ebenso im Grubenfeld Einsal. Verliehen am 18. 9, 1858 an den Bergwerksbetreiber Brackelsberg der auch an anderen Plätzen in der Gegend (Grube Julie, Hagen) nach Kupfererz schürfte und viel Geld verlor. Die von Stöting beschriebenen Zeugnisse eines umfangreichen Betriebes sind die Abbauarbeiten im Diabaslager = Steinbrucharbeit. Es finden sich noch einige Schürfe im Wald.

bergbau bei einsal

Das Revier ist wieder ein Beispiel für viele Gemeinden im märkischen Kreis, die Reich an Grubenfelder, aber arm an wirklichen Bergwerken waren. Stollen die sich hier finden lassen sind in der Regel aus der letzten Betriebsperiode des 19. Jahrhunderts und sollten eine Lagerstätte erschließen. Mit Erreichen des Vorkommens waren die Hoffnungen dann erloschen.

Literatur:

Heinz Stöting: Der alte Bergbau in Nachrodt-Wiblingwerde, Beiträge zur Heimat- u. Landeskunde, Heimatbund Märkischer Kreis, 1984

Heinrich Streich, vom frühen Erz-Bergbau im Märkischen Sauerland. Altena 1979

Fritz Bertram, Bergbau im Bereich des Kreises Altena 1953/1954