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Um eine Alternative zum Bezug kalkhaltiger Eisenerzen als Flußstein von der fremden Grube Alsenberg herzustellen, wurde in eigenen kleineren Gruben nach gleichartigem Eisenstein gegraben.

So auch auf einem Vorkommen das recht nahe zur Eisenhütte in den Bergen lag.  Hier war schon in früherer Zeit in tiefen Schächten Eisenstein gewonnen worden, aber wegen des Wassers aufgegeben worden.

pingen grube hector

Diese alten Pingen wurden vom Eigentümer der Endorfer Hütte, Lentze, 1849 zur Distriktverleihung mit einbezogen. Die Mutung erfolgte unter dem Namen Hector. 1852 wurde neben diesen alten Pingen ein ca. 16 Meter tiefer Schacht zum tieferen Aufschluß und zur Förderung hergestellt und wieder mit dem Abbau weiter nach der Tiefe begonnen.  Das Vorkommen war hier ca. 4,00 m mächtig und führte Braun- und Spateisenstein.  Ein weiteres Abtiefen des Schachtes ging nur, wenn in den trockenen Monaten das zufliessende Wasser im Kalk ablief.

schacht grube hector

Daher wurde in den Jahren 1853-1860 ein neuer Stollen von ca. 96 m Länge aus dem Hangenden vorgetrieben. Der Vortrieb geschah mittels Pulversprengen. Im Gang wurde der Durchschlag zu den oberen Abbauen durch ein Überhauen hergestellt. Strecken im Streichen und ins Liegende, sollten die Lagerstätte weiter aufschließen. Der Abbau und die Förderung im Eisenerz wurde weiter fortgesetzt. Ein alter Pfad von Bönkhausen zur Hütte führte in nächste Nähe vorbei.

stollenriss grube hector

stollen grube hector

1873 wurde durch Schürfe auf dem Streichen der Lagerstätte nach Oste versucht, weitere, gleichartige Erzfunde zu machen. Viele Pingen zeugen heute noch von dieser Schürftätigkeit. Der Plan diese mit dem Stollen anschließend zu unterfahren kam jedoch nicht zur Ausführung,da in der Gewerkschaft ein Streit ausbrach, der darin gipfelte dass beim Amtsgericht eine Außerbetriebnahme des Grubenfeldes beantragt wurde. Nach Beilegung des Streites wurde der Betrieb der Grube Hector nicht wiederaufgenommen. Zuletzt war die Grube im Zusammenhang einer Verpachtung an die Germaniahütte in Grevenbrück 1889 genannt.

Mitarbeiter:

Volker Becker

Quellen/Literatur:

Oberbergamt Bonn (Hrsg.), 1890: Beschreibung der Bergreviere Arnsberg, Brilon und Olpe sowie der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont. Bonn.

Grubenakten der Gewerkschaft Wildewiese, Abschrift im Besitz des Verfassers.