Dachschiefer wurde früher in Steinbruchen an der Oberfläche gewonnen. Diese Steinbrüche oder eben Schieferbrüche befanden sich meistens auf Gemeindewald. Wenn ein neues Haus im Dorf mit Schiefersteinen gebaut oder eben mit Platten zum dachdecken, dem spaltbaren Schiefer gedeckt werden sollte, entnahm derjenige die benötigte Menge aus dem Dachschieferbruch.

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Tagebau mit Halde und Spalthüttenruine im Hunsrück.

In Gegenden wo sich eine stabile Nachfrage entwickelte, pachteten Dachdecker die Brüche an um sich dort mit Baumaterial zu versorgen.  Als sich ein Export entwickelt, pachteten Gewerkschaften Gemeindeland an um regelmäßige Steinbruche anzulegen und wenn diese oberflächennah erschöpft waren, den Dachschieferlagern, so weit es möglich war, in die Tiefe zu folgenden.

Die übliche Tagesanlage eines solchen Abbaues war ein Schieferbruch mit einem Platz davor. Hier gab es eine Häuschen, in dem auch bei Regen der Schieferblock gespalten werden konnte. Nur die gespaltenen Schiefer kamen zum Abtransport. Berge und Schieferabfall wurden vor dem Bruch aufgehaldet.

Soweit dabei Stollen angelegt wurden, orientierten sich diese an dem Streichen der Lager. Querschlägige Stollen konnten erst durch Bergleute mit Pulver angelegt werden. Da dies Beziehungen und Kapital bedeutete, legten meistens kapitalstarke Gewerken oder Gewerkschaften solche Stollen an.

Da man gelernt hatte, dass sich noch nasser Schiefer von Untertage leichter spalten lies, wurden fast nur noch unterirdische Abbaue angelegt. 

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Unterirdischer Abbau mit Dachschieferlager.


Je nach Region regelten die Bergordnungen ob oberirdische oder unterirdischer Abbau von Dachschiefer gefördert bzw. erlaubt wurde.

Ab Ende des 18.Jahrhunderts kam es zu einigen Stadtbränden, da die Orte angewachsen waren und überwiegend Strohdächer hatten. Danach wurden erste Anforderungen formuliert künftig nur noch Ziegel oder Dachschiefer zu verwenden. In Preußen wurde schließlich die Feuerversiicherung eingeführt, die einen festen Dachbelag forderte.

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Plakette für die Preußische Versicherung gegen Hausbrand in der Hattinger Altstadt.


Mit Einführung des Allgemeinen Berggesetzes galt in Preußen nur noch der Grundstückseigentümer-Bergbau. Verliehene Grubenfelder blieben bestehen, aber keine neuen verliehen. Der Betrieb von unterirdischen Abbauen unterlag nur noch in Sachen Sicherheit des Betriebes dem Bergamt.

Mit Entwicklung der Maschinentechnik erhielten nach und nach die neueren Techniken Einzug in den Schieferbergbau.

Im Jahre 2020 gibt es nur noch wenige Betriebe, die Dachschiefer für die Altdeutsche Deckung produzieren, da der meiste Schiefer für Dach und Wand aus Spanien importiert wird.

 

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 Haus in der Olper Alstadt mit Schieferdach, altedeutsche Deckung und Wandbelag aus Schablonenschiefer. 

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