Wie bekommt man den Dachschiefer aus dem Tal auf den Berg? Dieser Frage musste sich jeder Betreiber eines Schieferbruches stellen. So auch im Baybachtal. Daher legten sie die ersten Brüche am oberen Hange an, wo man mit einem Transportweg mit gleichmaessiger Steigung die Platten abtransportieren konnte.   1836 wurde hier durch Lorenz Johann und Peter Krämer eine Schiefergrube eröffnet.

schorfeld und morgensonne gondershausen


schorfeld und morgensonne gondershausen

Nach dem hier jedoch die Vorkommen abgebaut waren, folgten die Schieferbrecher dem Lager ins Tal und legten auch hier Brüche an. Um die Platten jetzt vom tiefen Baybachtal auf die Höhe zu transportieren, legten sie einen aufwendige Förderbahn an. Die Auflage für die Bahn musste mit gleichmaessiger Steigung teilweise in den Berg eingetieft, teilweise aufschichtet werden.

Am oberen Ende bauten Sie eine Seilwinde, deren Fundament sich erhalten hat. Das Bauwerk hat sich bis heute erhalten und gibt beeindruckendes Zeugnis. Das Fundament der Haspeleinrichtung ist noch erhalten. Von hier führte eine Schleppbahn bis zur Ziegenklause. Da der Bergabhang nicht vollständig gerade ist und auch Versprünge hat, musste eine gleichmaessig ansteigenende Förderbahn gelegt werden. In der Queransicht im Schieferbruch Schorfeld, der nicht tangiert ist, kann man die unterer Förderbahn sehen. Das Gefälle ist sehr steil, so dass ich von einer Begehung abgesehen habe.

Die Bahn ging bis jenseits des Baches zum dortigen Schieferbruch auf Dorweiler Gebiet. Vermutlich ist dies der Schieferbruch Morgensonne.
Die großen Brüche im Baybachtal zeugen ebenfalls von Harter Arbeit in den Brüchen. Wann der Abbau losging ist zur Zeit nicht bekannt. Die Brüche waren in der Regel Eigentum der Gemeinden.
Also Niedergondershausen auf nördlicher Seite; Dorweiler auf Südlicher Seite. Schriftliche Zeugnisse finden sich daher nur in den Ortschroniken zum Beispiel beim Bau von Bauwerken.

Die oben beschriebenen Anlagen sind aber wahrscheinlich durch einen Pächter bzw. Unternehmer getätigt worden, um den Absatz zu vergrößern.  Nach Wouter Südkamp waren 1921 bis zu 40 Arbeiter beschäftigt, den guten Dachschiefer abzubauen, der aufgrund seiner haltbarkeit und blauen farbentreue sehr begehrt war. 1932 kam der Abbau in der Grube Schorfeld zum Erliegen. Um 1950-1951 war hier nochmals unter dem Namen Schorfeld und Morgensonne betrieb. Vermutlich ging aber nur noch ein Versuchsabbau um.

Heute gehören die stillgelegten Schiefergruben der Juwi Wind und sind entsprechend gesichert.

schorfeld und morgensonne gondershausen


schorfeld und morgensonne gondershausen


schorfeld und morgensonne gondershausen


schorfeld und morgensonne gondershausen

schorfeld und morgensonne gondershausen

Literatur:
Wouter Südkamp: Haldenaufsammlungen im (Hunsrück-)Schiefer. Die Grube Schorfeld in Fossilien 2/2004

Jahrbuch für Bergbau, Energie, Mineralöl und Chemie

Weitere Förderbahnen von anderen Orten:

http://feldbahn-dossenheim.de.tl/Ein-Bremsberg-am-Rhein.htm

 

L