Die alte Christianszeche am Finkenberg besteht heute aus einem umfangreichen Pingenfeld am Finkenberg und einer großen Halde mit einem Stolleneinschnitt darunter.

Die hier geförderten Eisensteine wurden in der Endorfer Hütte unterhalb im Waldbachtal verschmolzen.

Die üppige Halde suggeriert einen erfolgreichen Grubenbetrieb der Grund ist aber wohl ein anderer.

Bis zum Jahre 1780 war hin und wieder Betrieb, der mit der Einstellung der Endorfer Hütte zum Erliegen kam. Bei Wiederaufnahme der Endorfer Hütte in den 1780iger Jahren, zu welcher diese Grube gehörte, wurde auch hier der Betrieb wieder aufgenommen. Der damalige einzige, heute oberer Stollen, wurde wieder aufgewältigt und über dieser Sohle Eisenstein gewonnen.  Wegen der Beimengung von Schwerspat und hinundwieder Kupferkies, war der Eisenstein nicht rein. Die unerwünschten Beimengungen musste durch zerkleinern und auslesen entfernt werden. Dies und das sehr brüchige Nebengestein, welches die Abbauarbeiten sehr verteuert führte schnell zur Wiedereinstellung. Auch ein Versuch 1793/1794 änderte daran nichts.

1814 wurde der Stollen wiederum aufgewältigt, und bei jeder Aufwältigung musste auf den ersten 20 m das hereingebrochenen Schieferige Material ausgeräumt nachgerissen und abgestützt werden. Dies führte vermutlich zur der großzügigen Halde vor dem oberen Stollen und auch dazu, dass der Einschnitt weit hineingeht.

stollen finkenberg christianszeche

Immerhin war der Gang auf 80 m streichend erzführend. Nun wurde auf diesem Gang ein Gesenk angefangen, welches nur mit Wasserziehen in Tag- und Nachtschichten, eine Tiefe von 7 m erreichte. Hier stand der Erzgang bestehend aus Roteisenstein und Eisenglanz mit viel Quarz 1,40 m mächtig an.  Hinzu kam eine Spatige Beimengunge. Spat wurde als Flußstein auf der Eisenhütte geschätzt, als sich herausstellte dass es sich um Schwerspat handelte war dieser Neuaufschluß uninteressant.

Durch einen Querschlag wurde dann noch ein 2. Erzlager mit 4,00 m Mächtigkeit, aber unedel erschlossen. Bis 1815 wurde der Betrieb mit 5 Mann aufrechterhalten und auf der Halde der Schwerspat so gut es ging ausgeschieden und ein bischen Erz zur Hütte abgefahren. Dann erfolgte die Betriebseinstellung.

1853 wurde durch die neue Gewerkschaft der Stollen wieder aufgeräumt um die Lagerstätte zu begutachten. Auch 1860-61 war nur kurzer Betrieb um neue Aufschlüsse zu finden. 1872 wurde das Vorkommen durch eine neue Gewerkschaft wieder in Angriff genommen. Der Stollen wurde wieder aufgewältigt und neue Versuchsstrecken getrieben. Im Gesenk stand schöner Roteisenstein an.  Zum weiteren Aufschluß in der Tiefe sollte ein tiefer Stollen im Burmecketal angefangen werden.  Anscheinend ist tatsächlich ein Stollen angefangen worden, aber 1874 legte die Gewerkschaft, wohl auch unter dem Druck der Gründerkrise, den gesamtem Betrieb aller Gruben vorübergehend still, womit auch hier das Stollenprojekt zum Erliegen kam.

Heute erinnern die Quelle des angefangenen tiefen Stollens, die große Halde mit dem verstürzten Stolleneinschnitt sowie das große Pingenfeld auf dem Finkenberg an den Betrieb dieser Eisensteingrube.

Literatur:
Anton Wilhelm Stephan Arndts: Nachrichten über die zum Endorfer Eisenwerk im Herzogtum Westfalen gehörigen, vorzüglichsten Gruben. In: Ders.: Abhandlungen aus dem Gebiete der Mineralogie und Technologie. Elberfeld, 1854.

Beschreibung der Bergreviere Arnsberg, Brilon und Olpe und der Fürstentüme Waldeck und Pyrmont, Oberbergamt Bonn 1890.

Quellen:

Abschrift der Betriebsakten Eisenerzdisktrictfeld Wildewiese.