Leider ist für den Druck der Tafel "Was Sie schon immer über den Bergbau wissen wollten" ein Bild falsch beschriftet worden. Da steht Sebastian Stollen unter dem obersten Bild, der ist es aber nicht.

Der abgebildete Stollen ist der Churfürst-Ernst-Stollen. Mit diesem Namen steht er auf den meisten Zeichnungen und Rissen auch des Bergamtes. In den Betriebsakten der Gewerkschaft Churfürst Ernst wird er auch so mit diesem Namen genannt (z.B. 2. Generalbefahrung 2.August 1827 : "Der Churfürst Ernst Stollen soll in der bisherigen Höhe und Weite ...betrieben werden."  oder am 19.Mai 1852 Ortstermin (actum) am 19.Mai 1852  Es soll der Durschhlag vom Wildekatzer Stollen auf den Churfürst Ernst Stollen hergestellt werden. Erst in der 17.Generalbefahrung am 30. November 1864 ist der Neue Stollen am Wildekatzer Überbruch genannt (Überbruch ist ein Verbindung die von unten nach oben getrieben wird) Es sollte hier eine Turbine installiert werden, welche die Aufschlagwasser aus dem Junkernteich erhalten soll. Meistens ist in der Betriebstakte aber vom Tiefen Stollen die Rede.

 

Heute fand eine kleine Runde der Beteiligten des Endorfer Bergbauwanderweges "Bergbauschleife Silber und Blei" in Bönkhausen statt. Herr Orgelmacher berichtete über die gemeinsamen Bemühungen den Wanderweg trotz aller Hindernisse z.B. Unwetterschäden zu realisieren. Nachdem die historische Brücke über den Bönkhauser Bach wieder instandgesetzt wurde und die ersten beiden Tafeln aufgestellt sind ist der erste Teil vollbracht. Herr Kleiner erzählte uns von seinen Forschungen im Bönkhauser Bachtal und am Erbenstein. Ich durfte ein paar Worte zur Bergbaugeschichte der Grube Churfürst Ernst beisteuern.

An den Texten der Tafeln habe ich mitgearbeitet. Der Text der Tafel "Was Sie schon immer über den Bergbau wissen wollten!" ist überwiegend aus dem Lexikon von meiner Webseite Stand 2021. https://www.alterbergbau.de/lexikon

Bergbauschleife Silber und Blei Bönkhausen Erbenstein Churfürst Ernst

Bergbauschleife Silber und Blei Bönkhausen Erbenstein Churfürst Ernst

 

Bei der Referenzierung der Quelle, dem Bericht des Bergmeister Caspar Engelhardt über den Zustand der Bergwerke im Herzogtum Westfalen (veröffentlicht beim LWL, Internetportal Westfälische Geschichte )

datiert auf ca. 1648 fällt mir ein Widerspruch auf.

 

Der Bericht hält sich an eine gewissene geographische Reihenfolge und springt nicht zwischen Revieren hin und her.  Im Abschnitt über die Bergwerke die bei Ramsbeck liegen, werden folgende Bergwerk aufgeführt:

"Alte Rieß" (ist das Bergwerk Alte Ries auf dem RieserZug bei Heinrichsdorf südlich von Ramsbeck)

"Dörrenberg" (ist das Bergwerk Dörnberg östlich von Ramsbeck in dem sich auch das Besucherbergwerk befindet).

"Pastenberg" (ist das bekannte Bergwerk Bastenberg westlich von Ramsbeck, zu dem auch der bekannte Venetianerstollen gehört).

"Plattenberg" soll sich bei Messinghausen befinden.  Also weit außerhalb Ramsbeck bei Brilon!

Wegen der benannten Reihenfolge, muss es bei den anderen zu suchen sein, denn Engelhardt schreibt ja als Einleitung "Bergwerke die bei Ramsbeck liegen".

Wenn ich mich frage, welche großen Bergwerke im Ramsbecker Raum noch fehlen fällt mir Grubenfeld Alexander-Glücksanfang ein.

Ich habe also recherchiert und dabei Flurnamen gesichtet. Auf der Deutschen Grundkarte ist der Bastenberg ein weites Gebirgsmassiv das sich von Grube Alexander bis Ramsbeck erstreckt.

Das Bergwerk Bastenberg befindet sich aber auf dem östlichen Abhang, westlich von Ramsbeck.

Zufällig ist der westliche Gipfel eine Platte Fläche. Hier suchend, finde ich eine Flur mit dem Namen "Auf der Platte".  Was wäre denn wenn Engelhardt hier ein Bergwerk untersucht und in dem Bericht aufgeführt hat?

Am westlichen Abhang setzen dann auch die Erzgänge der Gruben Ottliie und Glücksanfang auf! die später zur Grube Alexander gehörten.  Das dürfte ein Beleg dafür sein, dass wir hier diesen Plattenberg zu suchen haben!

Somit ist auch dieses Erzrevier damit bei Engelhardt bereits im 17. Jahrhundert genannt.

 

 

 

 

Der Fehler im Kontaktformular wurde behoben. Captcha funktioniert wieder. Ich entschuldige mich für die Unanehmlichkeiten. Glück Auf!

Am 16.12.2019 läd die IHK Siegen zum Heimatabendin Olpe  mit dem Thema regionale Wirtschaftsgeschichte.

Stattfinden wird der Abend in Olpe im Kemper-Technikum.

Ich halte dort einen Vortrag zum Thema Dachschieferbergbau im Olpe .

dachschieferbergbau olpe bergbau

Weitere Informationen:

https://events.ihk-siegen.de/termine/430/

Es war ein schöner Abend. Tolles Ambiente im Kemper Technikum. Ein freundliches Publikum.

Fotograf: Carsten Schmale